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P.S.: Ja – ist denn schon wieder Weihnachten? – … über das optimale Zeitmanagement im Geschenke-Kaufrausch

Geschrieben von Jan. Veröffentlicht in DAS FINALE

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Veröffentlicht am 15. Dezember 2013 mit noch keinem Kommentar

Es geht wieder los. Die große Geschenkeschlacht wird wie gewohnt am Heiligabend stattfinden. Zumindest bei uns Deutschen. Jaja, ich weiß, eigentlich sind die Geschenke gar nicht so wichtig. Es käme gar nicht so sehr darauf an, was wir geschenkt bekommen, der Wille zähle schließlich usw. usf.; das wollen uns Neunmalkluge jedes Mal wieder aufs Neue einreden.

Alles blabla. Denn letztlich ist doch das passende Weihnachtsgeschenk nur dann ein Volltreffer, wenn der Beschenkte sich darüber wirklich freut. Prinzip erkannt! Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist das Geschenk. Die eigentliche Hauptsache also.

Sie raffen sich auf, treffen sich mit einem Ihrer besten Kumpels am späten Vormittag des Heiligabends in der bevorzugten Kneipe zum Frühschoppen mit Glühwein und St. Miguel und beschließen dabei, im Anschluss gemeinsam das örtliche Fachgeschäft für Dessousmoden zu konsultieren. Dieses Vorhaben scheint nur Vorteile zu haben, so hat es zunächst den Anschein. Denn erstens beschenken Sie sich mit verführerischer Wäsche für die Herzensdame ja auch irgendwie selbst, und zweitens hat die nette Verkäuferin Ihres Vertrauens in etwa die Figur Ihrer Liebsten. Fragen zu Körbchengröße, Brustumfang und Konfektionsmaß dürften vermutlich gar nicht gestellt werden. Es kann also nichts schief gehen, und der fortschreitende Tag verspricht nicht nur in Betracht des steigenden Brausebrands ein voller Erfolg zu werden. Nachdem Sie nun kichernd und glucksend den Weg tatsächlich noch gefunden haben, sind Sie auf Schlag wieder nüchtern, als Sie an der verschlossenen Tür rütteln und es langsam dämmert: Dieser Laden hat schon zu. Und der macht heute auch nicht mehr auf. Alarm!

Natürlich werfen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn, es geht schließlich um die Ehre, und fiebernd überlegen Sie gemeinsam, wo noch geöffnet sein könnte. Je größer die Stadt, desto wahrscheinlicher sind lange Öffnungszeiten, also ab nach Palma. Kleiner Wehrmutstropfen: Zum einen ist die Verkäuferin dort nicht ganz so locker, zum anderen ist sie auch noch lang, dünn und flach, und deswegen zur Bestimmung der passenden Größe weniger geeignet, aber was soll’s? Eine knappe Stunde später müssen Sie beide feststellen, dass auch diese Tür bereits für die kommenden drei Tage vergittert wurde. Jetzt ist die Kacke am dampfen! Dazu gesellt sich Zeitdruck, in rund einer Stunde ist Bescherung. Mit radierenden Reifen treten Sie die Rückreise an, und zuhause angekommen, fliegen Sie mit wehenden (Glühwein- und Bier-) Fahnen an Ihrer Liebsten vorbei (“Hallo Schatz”), den Text und die Aufmachung für den Gutschein haben Sie bereits schon im Kopf, nur geschrieben werden muss der jetzt noch. Per Hand oder PC? Fast egal, das traurige Gesicht sehen Sie schon jetzt im Detail vor sich. „Es ist schön, den Augen dessen zu begegnen, dem man soeben etwas geschenkt hat.“, sagte der französische Schriftsteller Jean de La Bruyère (1645-96). In diesem Fall geht das wohl in die Hose. Aber letztendlich zählt doch der gute Wille, oder wie war das noch gleich? Vielleicht stell ich mich auch einfach doof und lege mir eine einfallsreiche Argumentationskette zurecht, so in etwa, dass wir hier auf Mallorca doch eigentlich typisch spanisch erst am 6. Januar, quasi mit dem Eintreffen der Heiligen Drei Könige, Geschenke austauschen wollten. Oder dass wir doch vereinbart hatten, dass sich die Erwachsenen nichts schenken würden und die Kinder schließlich Vorrang hätten? Schon jetzt weiß ich: Das klappt nie!

Mein langjähriger Freund Michel, der alte Streber, macht das ganz geschickt. Das ganze Jahr über liest er seiner Liebsten jeden nur erdenklichen Wunsch von den Lippen ab und führt eine präzise Liste, an welchem Schaufenster sie sich wann und wo die Nase platt gedrückt hat. Und dann läuft er los, der Sack, und immer wenn es finanziell und zeitlich passt, kauft er schon mal etwas ein. Stück für Stück lässt er die Präsente in seinem Geheimversteck im Gästezimmerschrank verschwinden. Bis der zum Rand voll ist. Und wenn dann Ende Oktober die ersten Schokoweihnachtsmänner aus dem Vorjahr im Supermarktregal stehen, hat er seine Geschenke bereits komplett zusammen. Und dann genießt er auf den Weihnachtsmärkten den Glühwein ohne Stress und Zeitdruck, bis der Abend der Abende naht und er sich entspannt zurücklehnen kann.

Das mache ich nächstes Jahr genauso. Hoffentlich.

Alles Liebe zum Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Ihr

Jan Prollius

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